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Wirklich Daheim



Der Glockenturm schlug Drei, als ich den Schlüssel abzog.
Langsam ging ich hinein. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss, als unter meinen müden Schritten die Treppe ihr altes, vertrautes Lied knarzte. Zwei Türen weiter und ich war in meinem alten Zimmer.
Kein Licht, ich kannte den Weg, und außerdem schienen wie immer die Straßenlaternen hell durchs Fenster, durch welches ich auf die Straße blickte.
Die selbe alte Straßenecke, vertraut, wie jede Nacht in Orange geflutet. Der Anblick wirkte wie ein altes Schwarzweißfoto, von der Zeit vergilbt – doch viel eher gereift als zerfallen Die selbe, von den Scheinwerfern der gelegentlich durchfahrenden Autos unangetastete, Melancholie.
Mein Rucksack glitt zu Boden, mein Blick über die Bilder und Plakate an der Wand, das durch den Umzug ziemlich leere Bücherregal. Erinnerungen kamen, die nicht mehr gehen wollten, andere Erinnerungen wollten ebenso wenig erscheinen, doch schienen sie permanent in greifbarer Nähe zu sein.
Ich schüttelte den Kopf, konnte – wollte – mir ein Lächeln nicht verkneifen. Wie schnell die Zeit vergeht. Draußen sangen die ersten Vögel, als ich mich ins Bett legte.
Ich war zum ersten mal wirklich daheim.